U21-WM, Tag 4: Spannende, knappe und klare Matches – heute leider keine Siege für unsere Jungstars

Ein Bericht von Chau Zi Kim (Assistent des Nationaltrainers):

 

 

Maximilian Pfleger:
Match 4 gegen Rovin Franklin Dsouza (Indien)
1. Frame: Nach einer Safety-Schlacht kann sich Rovin eine Chance erarbeiten und nutzt diese für eine 55er-Serie. Maximilian antwortet mit einem 40er-Break, verliert den Frame dann jedoch im Spiel auf die Farben mit 40:64 – 0:1. 2. Frame: Rovin setzt sich zu Beginn mit einer 20er-Serie ab. Maximilian verkürzt auf 19:22, doch danach geht’s nur schleppend dahin – 28:24, 33:24, 33:36, 33:39 –, und er verliert auch diesen Frame im Spiel auf die Farben mit 35:64 – 0:2. 3. Frame: Ebenso wie im 2. Frame verläuft auch dieser sehr schleppend, aber in diesem Frame kann sich Maximilian durchsetzen und verkürzt mit 50:38 auf 1:2. 4. Frame: More of the same … aber auch diesen Frame kann Maximilian für sich entscheiden: 73:25 – 2:2. 5. Frame: Nach der Pause geht Rovin sehr bestimmt ans Werk; zwei starke Longpots, jedoch ohne Fortsetzung … mal sehen, wie das Ganze weitergeht. Max spielt geschickt seine Taktikkarte aus, wie auch schon in den letzten beiden Frames. Zwischenstand bei 4 Roten auf dem Tisch: 54:12. Wenn’s funktioniert, warum nicht? Auch diesen Frame spielt er geschickt nach Hause, gewinnt ihn mit 72:12 und geht somit in diesem Match zum ersten Mal in Führung: 3:2. 6. Frame: Das lässt Rovin nicht auf sich sitzen und erarbeitet sich einen guten Polster (1:42). Maximilian kämpft sich brav mit einem 31er-Break zurück, begeht jedoch nach Versenken der Schwarzen ein Foul (Weiß fällt). Zwischenstand: 31:49 bei 1 Roten auf dem Tisch. Beim nächsten Versuch, den Gegner hinter Schwarz zu snookern, begeht Maximilian wieder ein Foul 7 und snookert stattdessen sich selbst. Dieser Frame geht mit 65:32 an Rovin – 3:3 –, und es kommt zum Entscheidungs-Frame. 7. Frame: Beim Stand von 16:10 kann sich Rovin mit einem 51er-Break absetzen und hinterlässt nur 3 Rote (16:61). Leider muss Maximilian diesen Frame mit 17:67 und somit auch das Match mit 3:4 abgeben. Wirklich sehr schade!

Match 5 gegen Rhys Clark (Schottland)
1. Frame: Bei 4:28 übernimmt Maximilian den Tisch und erspielt sich mit einem 40er-Break einen kleinen Polster von 44:28. Ein misslungener Safety-Versuch, und Rhys rückt auf 44:44 nach – noch 3 Rote auf dem Tisch. Safety-Challenge – noch 2 Rote auf dem Tisch, Zwischenstand 44:57; 48:62 und 1 Rote auf dem Tisch; Rhys erzielt weitere 6 Punkte und vergibt Gelb. Im Endspiel auf die Farben gewinnt Maximilian den 1. Frame mit 75:68 auf Schwarz – 1:0. Im 2. Frame startet Maximilian mit 12:0, kann aber nicht sicher ablegen. Rhys lässt sich diese Chance nicht nehmen, spielt eine beeindruckende 129er-Clearance und gleicht das Frame-Verhältnis aus – 1:1. Und auch im 3. Frame nutzt Rhys seine erste Chance, pottet die erste Rote durch einen Fluke, spielt darauf eine 93 und vergibt die Schwarze (noch 3 Rote auf dem Tisch): 0:93 – 1:2, einfach sensationell dieser junge Mann! So schleppend der 4. Frame beginnt, so schnell geht er dann wieder zu Ende. Rhys nutzt jede Chance beziehungsweise jeden Ball, den er sieht, und spielt 35 und 31. Der Frame endet mit 2:76 zugunsten von Rhys, und der baut somit seine Führung weiter aus – 1:3. 5. Frame: Wie auch im 4. Frame ständiges Potten des jungen Schotten. Man hat den Eindruck, dass der Kugeln auf dem Tisch nicht leiden kann. Er gewinnt diesen Frame mit 7:77 und somit auch das Match mit 1:4. Leider, dieser Rhys Clark war heute einfach in seinem Element.

Alexander Gauss:
Match 6 gegen André Lackner (Deutschland)
1. Frame: Nach einer 9 von Alexander startet André mit einer 29er-Serie ins Match. Alexander übernimmt den Tisch und spielt ein 58er-Break, Zwischenstand: 67:29 (Grün). Im Endspiel kann Alexander den Frame mit 72:52 für sich entscheiden: 1:0. 2. Frame: Alexander geht mit 16:0 in Führung. Nach einem misslungenen Potversuch Andrés kann sich Alexander mit einem 36er-Break einen Polster von 52:0 erspielen (noch 7 Rote auf dem Tisch). André antwortet mit einer 51er-Serie, macht das Ganze nochmals spannend und hinterlässt Alexander einen Snooker hinter Gelb. Diesen spannenden, knappen Frame gewinnt André mit 65:81 und gleicht somit auf 1:1 aus. 3. Frame: Dieses Mal beginnt André mit 0:16 und baut diesen Vorsprung auf 0:37 aus. Alexander kann leider nur auf 17:37 herankommen. Auch die weiteren wenigen Chancen, die Alexander bekommt, kann er nicht nutzen, um ins Spiel zu kommen – Zwischenstand: 21:40. Alexander findet einfach seinen Spielrhythmus, den er in den Tagen zuvor gezeigt hat, nicht. André gewinnt diesen Frame mit 37:70 – 1:2. Der 4. Frame beginnt mit einem Safety-Duell, das ein kaum spielbares Bild auf dem Tisch hinterlässt. Schritt für Schritt, aber sicher spielt André die einzelnen freien Bälle vom Tisch und baut seinen Vorsprung mit einem 41er-Break aus – Zwischenstand: 7:54 (noch 5 Rote auf dem Tisch). Diesen Frame holt sich neuerlich André mit 18:70 – 1:3. 5. Frame, Zwischenstand 23:13. Dieses Mal ist es Alexander, der kontinuierlich seinen Vorsprung ausbaut: 48:13, 60:14 … und Alexander verkürzt mit 75:14 auf 2:3. 6. Frame: der reinste Horror! Nach 1:5 spielt Alexander eine 48er-Serie und steigt mit einer missglückten Safety aus, André kann aber nur 1 Rote verwerten – Zwischenstand 49:6. Beim nächsten Anlauf verkürzt André auf 49:20 und verlässt den Tisch mit einer sicheren Ablage; 3 Rote sind noch auf dem Tisch – 50:20; bei noch 1 Roten auf dem Tisch steht’s 54:35. Alexander wird gesnookert: 54:47, 54:51, André übernimmt bei 54:58 und verwertet die letzte Rote mit Blau und anschließend Gelb. Es wird hin und her gesnookert, André pottet ungewollt Grün und Braun in die falsche Tasche und hinterlässt Alexander wieder Snooker: 59:67. Weiter geht das Spiel hin und her. André schaffte es nicht, Blau zu versenken, stattdessen werden Pink und Schwarz an die Bande gespielt, sodass ein Abräumen nicht möglich ist. Alexander bekommt die Chance, Blau zu versenken: 64:67. Bei einem Safety-Spiel mit Pink hinterlässt Alexander eine relativ sichere Ablage (Pink press an der langen Bande zirka 60 Zentimeter vor der gelben Tasche und die Weiße Dreiviertelball ungefähr 2,5 Meter entfernt). André nimmt die Pink in Augenschein und versenkt diese zum Matchgewinn: 63:73 – 2:4! Alexander konnte in diesem Match leider nicht die Leistung bringen, die er bisher im gesamten Turnier gezeigt hat … wiederum: schade!

Andreas Ploner:
Match 5 gegen Li Hang (China)
Dass dieser Gegner ein harter Brocken ist, war klar, aber das …
1. Frame: Nach dem Eröffnungsstoß von Li Hang versucht Andreas, die Weiße sicher im Pack abzulegen, was ihm auch gelingt. Aber anscheinend wird durch den Kontakt der Weißen mit dem Pack ein Plant zurechtgerückt. Li erkennt die Situation, spielt daraufhin eine 92er-Serie und gewinnt den Auftakt-Frame mit 0:92 – 0:1. 2. Frame: Li beginnt mit einem 38er-Break, Andreas kontert mit einem 34er-Break, und Li beendet den Frame mit einem 34er-Break (41:72 – 0:2). 3. Frame: Trotz einer 53er-Serie von Li kann Andreas den Frame gewinnen und verkürzt auf 1:2 (37er- und 28er-Break, 65:53 – 1:2). 4. Frame: Andreas wirkt sehr sicher, nutzt jede Chance, die er bekommt, und erarbeitet sich vorsichtig einen Vorsprung von 42:8 (42er-Break). In einem kurzen Safety-Duell kann Li sich auf 42:28 heranarbeiten, doch Andreas zeigt sich geduldig, wartet den richtigen Zeitpunkt ab und erspielt sich mit einer 20er-Serie den Frame-Sieg: 62:28 – 2:2! 5. Frame: Andreas bleibt bei seiner Serie von 20 Punkten die zuletzt gespielte Rote in der Tasche liegen. Li nutzt diese Chance und spielt darauf eine trockene 88er-Serie zum 2:3. 6. Frame: Zwischenstand 8:31 (noch 8 Rote auf dem Tisch), wie im Frame zuvor nutzt Andreas jede einzelne Chance, spielt sich mit einem 34er-Break in die Führungsrolle (49:35) und steigt safe aus. Nach einem Foul von Li zwingt Andreas Li noch in einen Entscheidungs-Frame: 69:35 – 3:3. 7. und entscheidender Frame: Entschlossen kommt Li zum Tisch, muss aber ziemlich bald nach einigen Punkten den Tisch an Andreas übergeben. Andreas kann diese Gelegenheit leider nicht nutzen und muss beim Stand von 14:12 den Tisch wieder verlassen. Beide Akteure wirken ein wenig ungeduldig und machen dadurch einige kleine Fehler. Jetzt kommt es darauf an, wer besser die Nerven behält. Li erspielt sich einen kleinen Vorsprung von 17:39 (noch 5 Rote auf dem Tisch). Andreas misslingt ein Safety-Versuch und lässt Li eine Rote vor der Ecktasche liegen. Das wird von Li mit einem Match-winning Break von 50 bestraft. Und so wieder einmal das Resümee: sehr schade, denn mit einem Sieg hätte Andreas ein Zeichen setzen und Gruppenerster werden können.

Wie also bereits berichtet: Ich habe Euch nicht zu viel versprochen. Unsere Jungs sind top drauf! Fehlt halt nur das gewisse Etwas …

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